LOEP

16.06.2026

TLDR: LOEP ist von mir geschriebene freie Software, welche du verwenden kannst, um dein ganz individuelles Routine Outcome Monitoring System zu hosten.

Hier liste ich typische Herausforderungen bei der Entwicklung solcher Systeme und hier beschreibe ich dann, warum LOEP eine für dich interessante Lösung sein könnte.

Überblick

Was ist Routine Outcome Monitoring?

Psychotherapie ist eine tolle Sache [1]. Aber auch die besten Psychotherapeut*innen können keine Gedanken lesen, weshalb immer mehr Forscher*innen Systeme entwickeln, die routinemäßig den*die Patient*in fragen, wie es ihm*ihr geht und diese Ergebnisse dann an den*die Therapeut*in weiterreichen. Im "langweiligsten" Fall enthalten die so gesammelten Informationen nichts Neues ("Ich wusste doch schon, dass es meinem Patienten in den letzten zwei Wochen nicht gut ging"), aber manchmal haben sie auch eine kleine oder große Überraschung parat ("Ach, so schlecht ist die Stimmung gerade? Hatte ich gar nicht so schlimm eingeschätzt -- ich frag mal nach, was da passiert ist") und helfen so, Therapeut*innen und Patient*innen auf einer Wellenlänge zu halten. Das heißt dann also "Routine Outcome Monitoring" (ROM).

Beispiel

Vor jeder Therapie-Sitzung füllt ein Patient an seinem Smartphone einen kurzen Fragebogen aus. Dieser besteht aus Aussagen wie "In der letzten Woche hatte ich keine Lust auf Dinge die mir sonst Spaß gemacht haben" oder "In der letzten Woche habe ich sehr lang gebraucht, um einzuschlafen", die dann auf einer Skala von "überhaupt nicht" bis "ja, voll" beantwortet werden.

In der Sitzung schauen sich dann die Therapeutin und der Patient gemeinsam die Ergebnisse an. Das ist üblicherweise eine Grafik, die über alle bisherigen Sitzungen hinweg darstellt, wie gut / schlecht es dem Patienten insgesamt ging ("Symptombelastung").

Wie anfangs bereits beschrieben, enthält diese Linie vielleicht gar keine neuen Informationen, aber vielleicht weist sie auch auf eine andernfalls übersehene Entwicklung hin. Und vielleicht wurde ja auch nicht nur die Symptombelastung erfragt, sondern zusätzlich "Hast du irgendwas in der Therapie gelerntes in der letzten Woche anwenden können?" und fünf Wochen mit konstantem "Nein" weisen die Therapeutin darauf hin, dass sie etwas an ihren Ideen und Strategien ändern sollte.

Forschung

An diesem Punkt setzt ganz viel Forschung an: Was sollten wir unsere Patient*innen fragen? Wie häufig? Was machen wir dann mit den erfragten Informationen? Wie melden wir die am besten an die Therapeut*innen und Patient*innen zurück? [2] Und so weiter... Wie schön; offene Fragen, die nur darauf warten, genauer erforscht zu werden!

Ich bin kein großer Experte für ROM, daher verweise ich hier fürs weitere Lesen mal lieber an Kolleg*innen, die sich deutlich besser im Thema auskennen als ich, z.B. McAleavey et al. (2024)

Wieso hab ich LOEP geschrieben?

In der psychologischen Forschung treiben sich ziemlich wenige IT-Nerds rum. Genau die brauchen wir in Feldern wie dem ROM aber dringend, immerhin will so ein modernes ROM-System wirklich nicht mit Zettel und Stift, sondern viel lieber mit Smartphone und Tablet implementiert werden.

Ich mag Computer, insbesondere wenn's um Web-Entwicklung und Datenverarbeitung geht. Viele ROM-Systeme sind technisch gesehen Websites, die (Symptom-) Daten verarbeiten. Als ich mit etwas Zufall die Gelegenheit erhielt, an einem aktuell verwendeten ROM-System (dem Greifswald Psychotherapy Navigator System) mitzubasteln, hab ich mich also dementsprechend interessiert eingearbeitet.

Und im Rahmen dieser Mitarbeit fiel mir zunehmend auf, dass es im ROM-Feld keine wirklich bequeme Software-Lösung gibt: Jede Forschungsgruppe bastelt sich ihre eigene Lösung zusammen, was eine Handvoll Probleme mit sich bringt:

Nicht falsch verstehen: Alle Lösungen, die ich bisher kennen gelernt habe, finde ich ziemlich beeindruckend. Da hat jemand in seiner*ihrer eh schon wissenschaftstypisch ziemlich begrenzten Zeit ein komplettes ROM-System aus dem Boden gestampft, und das dann auch noch mit häufig begrenzten technischen Möglichkeiten. Sehr cool! Aber auf Dauer halt auch häufig sehr anstrengend und nicht zuletzt immer wieder ärgerlich / schade, wenn man dann eine inhaltliche Weiterentwicklungsidee hat, aber durch die technische Lösung daran gehindert wird, diese umzusetzen.

Also habe ich vor ein paar Jahren damit begonnen, eine eigene Software-Lösung zu basteln, mit welcher ich gern arbeiten möchte. Zack, LOEP.

Wieso könnte LOEP für dich nützlich sein?

Ab hier gibt's fleißige Eigenwerbung. Aber ganz im Ernst, ich mein das alles wie's hier steht: LOEP ist das, was ich mir von anderen technischen Lösungen gewünscht hätte und aus ersten Praxis-Tests erhalte ich bisher sehr zufriedene Rückmeldungen, dass es den Anwender*innen ähnlich geht.

LOEP ist halt spezifisch für den Einsatz als ROM-System maßgeschneiderte Software, und das von einem Menschen, der seit ein paar Jahren an der (vorwiegend technischen) Entwicklung eines ROM-Systems beteiligt ist [3]. Folgende Aspekte könnten auch dir gefallen:

Fragen?

Du... ... dann schreib mir eine Mail: maxhag[at]mailbox.org. Ich freu mich über Interesse an diesem Projekt und antworte schnell!

[1] Das behaupte ich nicht nur, weil ich gerade viel Zeit in die Psychotherapie-Ausbildung stecke, versprochen!

[2] So eine Verlaufs-Linie ist ja schön, aber wie cool wär's denn, wenn das System automatisch warnen würde, wenn der Verlauf gerade nicht ausschaut als würde die Therapie anschlagen? Je genauer man über diese Idee nachdenkt, desto schwieriger wird's, ein zufriedenstellendes Warnsystem zu basteln -- aber da sind diverse gute Ideen im Umlauf!

[3] Hab doch gesagt, hier geht die Eigenwerbung los.

[4] Kann ich nicht von jedem einzelnen meiner Projekte sagen. Wer ohne "ich hoffe ich muss das nie wieder anfassen"-Projekte ist, werfe den ersten Stein.